Qigong-Arten im Budokan

Qigong-Arten im Budokan 2018-03-23T21:24:42+00:00

Qigong ist so vielfältig, wie die Menschen, die es seit über zwei Jahrtausenden kultivieren!

Es gibt bewegungsarmes und dynamisches, zeitlupenhaft langsames und schnelles, weiches und hartes Qigong. Man übt im Sitzen, Liegen, Stehen und Gehen. Mit verschiedensten Atemtechniken, von der Meditation bis hin zu einem langen Bewegungsablauf ist alles dabei. Dazu gibt es Dehnungen (der Meridiane), Arbeit mit feinstofflichem Qi (Energie), Massagen von (Akupressur-) Punkten, schwingende, pendelnde oder statische Methoden.

Klassisch unterscheidet man noch dazu das medizinische, buddhistische, daoistische, konfuzianische Qigong und die Methoden der Kampfkünste.

Grundsätzlich kann man auch die beiden Haupt-Übe-Möglichkeiten erkennen.
Das Stille Üben (Jing Gong): meditative Übungen, in denen der Körper unbewegt bleibt, aber die Energie im Inneren in Bewegung gebracht wird.
Das Bewegte Üben (Dong Gong): hier bewegt sich der Körper, im Inneren kommt es zu Frieden und Stille und die Energie wird indirekt beeinflusst.
Idealerweise enthält die Übung alle Aspekte!

Im Laufe des Übens und Probierens findet jeder genau die Qigong-Methode, die ihm entspricht.

Die Qigong-Methoden, die von unseren Lehrerinnen und Lehrern geübt werden finden Sie hier aufgelistet.

Dieser umfangreiche Qigong-Stil gehört zu den besonders ästhetischen Übungen. Um das Qi im Inneren zu regulieren, bedient man sich vieler eleganter, weicher Bewegungen, die locker durch die Wirbelsäule schwingen. Stille Übungen vermitteln den Umgang mit der inneren Energie und deren Lenkung. Angenehme Selbstmassagen und Klopfen auf Akupressur-Punkte ergänzen die Übung.

Nei Yang Gong ist eine der erfolgreichsten Formen des medizinischen Qigong, die seit dem 16. Jahrhundert in China übermittelt wird. In den 50er Jahren gründete ein Meister dieser Linie, Liu Guizhen, die erste Qigong-Klinik in Beidaihe/China. Dort werden die Übungen täglich erfolgreich angewandt. Sie haben sich sehr bewährt bei der (unterstützenden) Behandlung von chronischen Erkrankungen, nach schweren Unfällen, Schlaganfällen, Operationen und begleitend bei Krebserkrankungen.

Aber auch Gesunde können diese wunderschöne Übungsform mit Genuss praktizieren! Aus den verschiedenen Übungen kann man sich ideal ein persönliches Gesundheits-Programm erstellen lassen!

Die Übungen der Wildgans sind über 1000 Jahre alt und gehören damit zu den traditionellen Formen. Seit den 70er Jahren werden sie öffentlich unterrichtet. Davor wurden sie in Familien und nur vom Meister auf ausgewählte Schüler übertragen. Die Wildgans steht symbolisch für Klugheit, Weisheit, Ausdauer und Treue. Ihre Bewegungen werden im Qigong mit viel Eleganz, Weichheit und Ästhetik in schwungvollen Schritten umgesetzt. Es verzaubert nicht nur Zuschauer, sondern bringt auch den Übenden viel Freude und Wohlbefinden.

Alle Bewegungen sind denen der Wildgans nachempfunden, wie z.B.: „Die Flügel ausbreiten und die Sonne begrüßen“, „Wasser trinken“, „Hoch und runter flattern“, „Futter suchen“, „Ein Nest bereiten“... Neben den vordergründig „abgeschauten“ Übungen, ist das Wildgans-Qigong eine hervorragende Methode der Energie-Arbeit: schlechte Energien ausleiten, die eigene Energie sanft in alle Körperbereiche bewegen, durchströmen der Leitbahnen, aufnehmen neuer Energie und speichern in den Energiezentren… können hier erlernt werden

Es gibt viele festgelegte Formen im Wildgans-Qigong. Wir unterrichten einfache Einstiegs-Bewegungen, die erste Form mit 64 Bewegungen und für Fortgeschrittene die zweite Form mit ebenfalls 64 Bewegungen.

Für Kinder haben wir eine kurze Version entwickelt, eingebettet in die Geschichte: „Ein Tag mit der Wildgans“.

Ba Duan Jin - 8 Brokatübungen

Diese 8 einfachen Übungen, „so edel und wertvoll wie Brokat“, stammen aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurden von dem General Yue Fei aus komplexen Übungen entwickelt, um seine Soldaten mental und körperlich zu stärken. Sie haben, so die Legende, deshalb keinen einzigen Kampf verloren.

Die Übungen bewegen den Körper sanft in abwechselnd tiefer und hoher Stellung. Sie sind leicht zu lernen und in 10 Minuten gemacht - ein ideales Qigong-Programm für Einsteiger. Jede der Übungen wird bestimmten Meridianen (Energieleitbahnen des Körpers aus der chinesischen Medizin) und inneren Organen zugeordnet, die durch die Übung harmonisiert und gestärkt werden.

Für Fortgeschrittene sind die begleitenden „inneren Übungen“ wichtig, in denen die Vorstellung die Energie (Qi) durch den Körper lenkt.

Es gibt auch eine Variante im Sitzen auf dem Stuhl, was das Üben für alle die Menschen möglich macht, die nicht lange stehen können.

Die vielfältigen Übungen in hohen und tiefen Ständen, so wie auf einem Bein stärken den gesamten Körper und machen ihn sehr beweglich und geschmeidig. Sie erfordern mehr Kraft und „Mühe“ – schließlich sollen sie ja die Muskeln und Sehnen (ver-) wandeln, und zwar von schwach und steif zu stark und biegsam.

Das Kernstück der vermittelten Übungen bleibt jedoch die Kunst, auch die größte Anstrengung mit nicht mehr Kraft, als unbedingt erforderlich zu meistern.

Dieses Qigong geht auf den Begründer des Chan-Buddhismus (japanisch: Zen), Bodhidharma, zurück. Er hat laut einer Legende die Methode im 6. Jahrhundert entwickelt, um die gesundheitliche Verfassung der Mönche im Shaolin-Kloster zu verbessern. Später wurden sie eine Grundlage der chinesischen Shaolin-Kampfkünste. Noch heute kann man sie sehr gut mit den unterschiedlichsten Kampfkünsten kombinieren.

Diese Übungen gehören zu den ältesten Übungen des Qigong und wurden aus schamanischen Traditionen abgeleitet. Sie sind den Bewegungen von Tiger, Bär, Hirsch, Affe und Kranich nachempfunden. So unterschiedlich wie die Tier-Vorbilder, sind auch die Bewegungen: dynamisch, weich, leicht, schwungvoll, kraftvoll, sanft, ruhig, schnell...

Der legendäre Arzt Huo Tuo empfahl sie schon vor 2000 Jahren seinen Patienten zu Heilung von Körper und Seele.

Der Kampfkunstübende findet hier viele Parallelen und kann seine Übung hervorragend ergänzen. Für Kinder eignen sich die Übungen sehr, sind sie doch sehr ausdruckstark und doch spielerisch.

Zhan Zhuang - stehen wie eine Säule

Diese traditionelle Steh-Meditation führt zu innerer Ruhe und Entspannung, harmonisiert Körper, Geist, Atem und Energie. Beherrscht man sie, werden Haltung und Gesundheit gestärkt, der Atem wird tief und Ruhe und Gelassenheit kehren ein. Unterschiedliche Körperhaltungen und innere Übungen machen das „Stehen“ vielfältig und können von einfach zu anspruchsvoll gesteigert werden. Zhan Zhuang ist eine ausgezeichnete Methode der Haltungsschulung, eine effektive Meditation und mit der Zeit auch eine effektive Energie-Übung. In den Kampfkünsten ist sie eine unverzichtbare Methode für die innere Kultivierung.

Das Still-Sitzen (chinesisch Jing Zuo) bezeichnet die Meditations-Schule des Qigong. Verschiedene einfache und komplexe Übungen schulen Atem, Geist und Energie.

Im stillen Sitzen – äußerlich ohne irgendwelche Regung – entsteht die große innere Bewegung der Energie. Energie-Speicher werden gefüllt, der Körper wird durchströmt und Blockaden können beseitigt werden. Die entstehenden Energie-Kreisläufe bilden die notwendige Ergänzung zu den Bewegungen des Qigong.

Von inneren Reisen oder einfachen Bildern, in denen man verweilen kann, wird man weggetragen aus den „tausend Gedanken“ hin zum Einfach-Da-Sein. Dieses ganz im Augenblick-Verweilen ist die Voraussetzung allen weiteren Übens, ob in Bewegung oder als höhere Meditation.

Das Weibliche, Yin, das Dunkle und Empfangende, sind in der chinesischen Philosophie und Medizin eng verknüpft mit dem Mysterium der Erschaffung von Leben. Daher gelten die Frauen als besonders empfindsam und empfänglich für die energetischen Künste. Qigong für Frauen wirkt auf die urweibliche Energie, macht sie zu einem Quell an Kraft und weiblichem Selbstverständnis. Die weichen, schwingenden Übungen stärken die Energie, bieten einen sinnlichen Zugang zum eigenen weiblichen Empfinden und steigern das Bewusstsein für den eigenen (weiblichen) Lebensweg.

Die Methoden werden erfolgreich für verschiedene Probleme eingesetzt, wie Zyklus-Störungen, bei unerfülltem Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Wochenbett, aber auch in den Wechseljahren.

Als Übungen für eine geschmeidige Beweglichkeit und gute Haltung haben sie sich auch bei Wirbelsäulenproblemen bewährt.

Töne schwingen durch den Körper, durchdringen alle Gewebe und Organe, lösen Blockaden und bringen Energien zum Fließen. In den chinesischen Qigong-Methoden nutzt man die gesprochenen, gehauchten oder gesungenen einfachen Töne, um ganz bewusst auf einzelne Organe Einfluss zu nehmen.

Teilweise in stiller Meditationshaltung, teilweise von Bewegungen begleitet, wird so das Wohlbefinden gesteigert, Krankheiten vorgebeugt und bestehende Erkrankungen können positiv beeinflusst werden.

Zum Klären der Emotionen kennt man das traditionelle Mantra. Es ist eine Form der klingenden Meditation. Sowohl die Bedeutung der Worte oder Sätze wirken nach Innen, als auch der durch den Körper klingende Ton.

Meist hat man bei dem Wort Qigong nur die Bewegungen vor Augen, doch einen nicht unerheblichen Anteil haben auch die verschiedenen Methoden, direkt auf die Leitbahnen der Energie Einfluss zu nehmen. Mit einfachem, Drücken, Reiben und Streichen über Akupressur-Punkten und Leitbahn-Abschnitten hat jeder für zu Hause einfache Mittel zur Selbsthilfe zur Hand.

Das Dehnen und Strecken macht die Muskeln locker und löst Verspannungen. Regelmäßig ausgeführt kommt damit nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch ein gutes Einfühlen in den ganzen Körper.

Mit Schwingenden Übungen, so sagt man in China, kann man 100 Jahre alt werden – zumindest, wenn man fleißig übt.

Die Natur gibt uns Kraft – schon ein kleiner Spaziergang kann uns die wohltuende Wirkung spüren lassen. Bäume spielen dabei für viele Menschen eine zentrale Rolle. Man kann sich an sie anlehnen, in ihrem Schatten ruhen oder sie betrachten. Wenn man sich auf ihre Ausstrahlung einlässt, spürt man ihr Wesen und ihre natürliche Energie. Sich im Üben damit zu verbindet, schenkt den Zugang zu einer tiefen Kraft und Gelassenheit.

Übungen mit Sonne oder Mond verbinden mit den Yang- und Yin-Energien des Kosmos. So können die Energiereserven direkt aufgefüllt werden.

Die Techniken und Abläufe dieser Übungen sind leicht zu erlernen und unendlich wertvoll für alle naturverbundenen Menschen.