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Trainingsinhalte 2018-03-23T20:39:25+00:00

Was beinhaltet das Yamamichi Ryu Ninjutsu?

Das Ninjutsu umfasst ein breites Kampfkunstspektrum. Es beinhaltet Rollen, Fallen, Hebel, Befreiungen aus Haltegriffen, Abwehr-, Schlag-, Tritt- und Stoßtechniken, Würfe und den Umgang mit verschiedenen Waffen. Das Ninjutsu setzt sich zusammen aus unbewaffneten und bewaffneten Kampf.

In der Grundschule (Kihon) werden alle Techniken mit der Zielsetzung geübt, die größtmögliche Energie zu entwickeln, aber auch einzelne Bewegungen bis ins kleinste Detail genau zu studieren und die optimale Form in das Gefühl übergehen zu lassen.

In den Varianten (Henka) lernt der Schüler die Grundtechniken auf reale Selbstverteidigungssituationen anzupassen und einzusetzen. Hier lernt der Schüler die Grundtechniken in den verschiedensten Situationen zu gebrauchen und anzuwenden.

Im Ninjatraining sind viele Übungen zur Kontrolle, Beweglichkeit, Stärkung und Koordination des gesamten Körpers enthalten. Aber Ninjutsu enthält auch viele andere Übungsprinzipien wie Tarnen, Schleichen, lautloses Bewegen und Klettern...

In den verschiedensten Partnerübungen wird der Ninja vom abgesprochenen - bis hin zum freien Kampf geführt. Die Techniken werden immer erst einzeln geübt und im Laufe der Zeit zu vielfälltigen Kombinationen erweitert (z.B. Schlagtechniken mit Hebeln oder Würfe mit Schlagtechniken).

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Inhalte unseres Ninjutsusystems.

Bewaffnete Methoden

Die Ninjas sind von je her im Umgang mit Waffen versiert. Da der Ninja nie sehr viele Waffen mit sich führen konnte, bediente er sich aus seinem Umfeld und seiner Kreativität. Hier führte er die Bewegungen des waffenlosen Kampfes mit einem Gegenstand aus. Im Yamamichi ryu ninjutsu werden verschiedene Waffenkategorien geübt. Hierbei handelt es sich um Stock- und Klingen-  sowie flexible Waffen. Durch den Umgang mit diesen lernt der Ninja, alltägliche Gegenstände (z.B. Regenschirm, Gürtel, Besen) zur Verteidigung zu gebrauchen. Das Üben mit Waffen schult das Distanzgefühl, Koordination und Aufmerksamkeit.

Hanbo (Kurzstock)

Der Hanbo ist ein etwa 90-100 cm langer Stock. Durch seine Länge ist er eine vielseitige Selbstverteidigungswaffe, die mühelos durch ähnliche Gegenstände ersetzt werden kann. Er ist die erste Waffe, die im System des Yamamichi ryu ninjutsu unterrichtet wird. Mit ihm werden Blocktechniken, Schläge, Hebel, Würgetechniken und Würfe ausgeführt. In den Grundübungen wird er gegen Messer und Schwert einsetzt.

Bo (Langstock)

Der lange Stock wird im Yamamichi ryu ninjutsu ab dem grünen Gürtel regelmäßig geübt. In den Übungen sind sowohl Techniken des Kukishin ryu, als auch das Bo System des Karatejutsu enthalten, für ausführlichere Informationen siehe Karate. Durch seine enorme Länge (180-200 cm) ist er sehr gut geeignet, um einen Gegner auf Distanz zu halten (früher z.B. Schwertkämpfer). In die Katagorie der Stabwaffen fallen ebenfalls Speere und Hellebarden.

Kusarifundo (Kette)

Im Yamamichi ryu ninjutsu steht die Kusarifundo für den Umgang mit flexiblen Waffen. Früher handelte es sich um eine etwa 80 cm lange Kette, die an den Enden durch Metallgewichte beschwert wurde. Im Budokan verwenden wir aus Sicherheitsgründen Seile. Der Alltag bietet dem Ninja viele Möglichkeiten, sich flexibler Gegenstände (z.B. Gürtel, Schals, Handtücher, Kabel) zu bedienen.

Ken (Schwert)

Das Schwert hat für die moderne Selbstverteidigung auf der Straße keine große Bedeutung mehr. Im Training bietet der Schwertkampf aber eine hervorragende Geistes- und Konzentrationsübung. In den Anfängerstufen werden schon die ersten Ausweichübungen gegen Schwertangriffe gelehrt. Die echten Schwerter werden hierbei durch Holzschwerter ersetzt, um Verletzungen zu vermeiden.

Unbewaffnete Methoden

Taijutsu (unbewaffneter Kampf)

Das Taijutsu ist ein Begriff, der im Ninjutsu für die waffenlosen Übungen gebraucht wird. Taijutsu bedeutet "mit dem Körper kämpfen" und ist somit ein Überbegriff für alle Techniken. Hat man den waffenlosen Kampf gemeistert, sind die Bewegungen des Taijutsu problemlos in den bewaffneten Kampf zu übertragen.

Taihenjutsu (Kunst der Körperbewegungen)

Hierunter fallen die Techniken des Rollens und Fallens, die im Ninjutsu bereits in den ersten Stunden eingeführt werden. Der Übende bildet somit ein umfangreiches Körpergefühl aus und schult seine Koordination. Diese Techniken sind Grundlagen des Ninjutsu, da sie immer wieder zum Selbstschutz benötigt werden. Weiter werden verschiedene Körperhaltungen, Sprungtechniken und Schrittbewegungen im Taihenjutsu gelehrt.

Jutaijutsu (Befreiungen, Hebel und Würfe)

Jutaijutsu ist der Überbegriff für alle "sanften Techniken" im Ninjutsu. Diese Sanftheit bedeutet keineswegs Schwäche, sondern Flexibilität von Körper und Geist. Dieser Bereich umfasst Befreiungen, Hebel und Würfe. Besonders Befreiungen aus Haltegriffen und Hebel bilden hierbei einen großen Teil des Ninjutsu und werden bereits sehr früh geübt. Würfe werden erst später gelehrt, nachdem die Fallschule beherrscht wird.

Ken (Schwert)

Das Schwert hat für die moderne Selbstverteidigung auf der Straße keine große Bedeutung mehr. Im Training bietet der Schwertkampf aber eine hervorragende Geistes- und Konzentrationsübung. In den Anfängerstufen werden schon die ersten Ausweichübungen gegen Schwertangriffe gelehrt. Die echten Schwerter werden hierbei durch Holzschwerter ersetzt, um Verletzungen zu vermeiden.

Dakentaijutsu (Abwehr, Schläge und Tritte)

Das Dakentaijutsu beinhaltet dagegen die "harten Techniken" des Ninjutsu. Hierunter fallen Schlag-, Stoß-, Tritt- und Abwehrtechniken. Diese werden nochmals unterteilt in Techniken zu den Muskeln, zu den Knochen und zu empfindlichen Körperstellen. Die Techniken zu empfindlichen Körperstellen werden jedoch erst in fortgeschrittenem Stadium häufiger trainiert.

Gyokko ryu Kosshijutsu (Muskelangriffe)

Im Kosshijutsu werden die Block- und Kontertechniken mit sehr großer Wucht und Präzision auf die Muskelpartien des Körpers ausgeführt. Häufig verwendet werden hierbei Daumenstiche, Handkantenschläge, Faustrückenblocks und Fersentritte. Die Absicht des Kosshijutsu ist es, einem Agressor so starke Schmerzen beizubringen, dass er keinen weiteren Angriff riskiert, aber nicht dauerhaft geschädigt wird. Im Training werden die Techniken entschärft geübt, um die Lust am Training zu erhalten!

Karatejutsu (Kunst der leeren Hand)

Im Yamamichi ryu ninjutsu werden auch Prinzipien des Kenpo Karate gelehrt. Dabei bietet das Karatejutsu ein zum Kosshijutsu ergänzendes Verständnis (z.B. durch die verschiedenen Arten der Kraftübertragung).

Kihon (Grundschule)

In den Grundschulübungen werden alle Techniken wiederholt und verfeinert. Die Übung findet ohne Partner statt, um den Übenden die Möglichkeit zu geben, sich besser auf sich selbst konzentrieren zu können und mögliche technische Fehler zu verbessern. Es werden ALLE spezifischen Techniken geübt und auch in schwierige Kombinationen zusammengetragen, um neben der Energieentwicklung in der Technik auch die Koordination und Flexibilität zu steigern.

Kata (überlieferte Formen)

Kata sind Abläufe von aneinander gereihten Kihon-Kombinationen. Es sind Überlieferungen alter Meister, die sie vor langer Zeit gründeten, um Ihren Schülern das eigene Kampfkonzept näher zu bringen. Sie beinhalten sinnvolle Kombinationen, die in der richtigen Anwendung ideal zur Selbstverteidigung verwendet werden können. Darüber hinaus sind in jeder Kata energetische Momente, die zur Gesunderhaltung und zur Förderung der vitalen Energie beim Ausübenden führen.

Kumite (Partnerübung)

Die Partnerübung kann die unterschiedlichsten Formen annehmen. Für Anfänger sind sie meist abgesprochen und dienen dem Ziel, das Distanzgefühl, den Rhythmus und das Timing zu verbessern und dazu eine konzentrierte innere Haltung in sich selbst zu schaffen. Mit steigendem Fortschritt werden die Übungen immer freier und realistischer. Der Abstand zum Partner wird in drei verschiedene Distanzen unterteilt, wobei man mit der weiten Distanz beginnt und mit steigender Fortschrittsstufe in die mittlere und nahe Distanz übergeht.

Qigong (Übungen zur Stärkung der vitalen Energie)

Innerhalb der gymnastischen Aufwärmphase verwenden wir Elemente des Qigong. Diese chinesische Heilgymnastik stärkt die vitale Energie. Bei korrekter und regelmäßiger Übung besitzt sie sehr viele positive Effekte für den Menschen. Qigong steigert die Konzentrationfähigkeit, verbessert das allgemeine Wohlbefinden und macht den Körper geschmeidig. Hierdurch wird der Übende körperlich und geistig optimal auf die weiteren Trainingsabschnitte vorbereitet.