Naginata

Naginata bedeutet übersetzt „langes Schwert“ oder „Mäheschwert“ – eine Bezeichnung, die auf die meist deutlich über zwei Meter lange, lanzenartige Waffe durchaus passt. Sie besteht zu einem Teil aus einem langen, ovalen Holz- oder Metallstab und zum kleineren aus einer Klinge, die von der Größe und Form her über die verschiedenen Sorten und die verschiedenen Zeiten stark variiert. Diese Klinge ist der eines japanischen Schwertes recht ähnlich, auch vom Herstellungsniveau her, nur kann sie deutlich breiter werden. Wann genau das Naginata erfunden wurde, ist unklar – nachgewiesen ist es schon aus dem 12. Jahrhundert, wenn dort auch noch die Klinge um einiges länger und der Schaft um einiges kürzer war als bei neueren Versionen. Benutzt wurde sie am Anfang vornehmlich von Fußsoldaten, ihren Siegeszug beruhte allerdings nicht nur auf ihrer Verwendung gegen andere einfache Soldaten am Boden, sondern vor allem im Kampf gegen die Kavallerie. Später wurden Naginatas ein Teil der Standartausrüstung für Samurais, aber auch eine beliebte Waffe bei Frauen, da die große Reichweite einiges an Körpergröße und Kraft ausgleichen konnte. Von Töchtern von Samurais wurde beispielsweise ein guter Umgang mit ihnen erwartet, damit sie im Falle eines Falles ihr zuhause oder ähnliches verteidigen konnten, wenn alle Männer nicht anwesend waren. Im 15. Und 16. Jahrhundert, als die großen Naginatas im Aufkommen von Massenheeren zu umständlich waren, wurden sie nach und nach durch andere Waffen ganz von den Schlachtfeldern vertrieben. Heute werden sie überhaupt nicht mehr als „einsatzfähige“ Waffe trainiert, sondern nur noch als Sport oder Kunst. In Japan nutzen und studieren übrigens tatsächlich im Moment vor allem Frauen Naginatas, im Rest der Welt sowieso nicht sehr viele Leute, allerdings nimmt die Zahl vor allem in den USA, aber mittlerweile auch in Europa, zu.

 

By |2017-11-10T20:19:55+00:00Oktober 15th, 2017|Budoblatt|Kommentare deaktiviert für Naginata