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Budo-Gemeinschaft

Für manche Budōkan-Mitglieder ist die Gemeinschaft ebenso wichtig wie das Training selbst. In ihr findet man Gleichgesinnte, entrinnt der Einsamkeit des Alltags, fühlt sich verstanden und angenommen. Die Budō-Gemeinschaft ist für viele eine Möglichkeit sich mit anderen auszutauschen, Alltagsprobleme zu besprechen, über Gott und Welt zu diskutieren oder sich einfach nur wohlzufühlen.
Dazu braucht jede Gemeinschaft ein Zuhause. Die Heimat einer Budō-Gemeinschaft ist ihr dōjō. Das dōjō ist nicht bloß eine Trainingsstätte oder eine Sporthalle, sondern für die Budōkan-Mitglieder ein Zuhause, in das sie jederzeit einkehren können. Zu diesem Zweck gibt es einen Aufenthaltsraum in dem sich Mitglieder außerhalb der Trainings zu verschiedenen Aktivitäten treffen und austauschen können.

Budo-Gemeinschaft

Budō-Gemeinschaft im Aufenthaltsraum des Budōkan

Die Gemeinschaft als Übung

Fortschritt im budō erfordert ein Studium der Wissenschaften, das in der körperlichen Übung in Erfahrung umgesetzt wird. Die Pflege des Inneren bedingt die Pflege des Außeren und umgekehrt. Auf dem Entwicklungsweg des budō wird die Gemeinschaft zur Kontrolle des persönlichen Verhaltens. Sie ist für jeden ein erkennbarer Pegel für die Art und Weise, wie sich ein Übender in seinem Umfeld verhält und zurechtfindet.
Um dies zu erreichen werden viele Wege der Übung gegangen, vor allem Wege zur Ausübung einer Kunst oder zum Studium der Budō-Philosophie. Fortschritt definiert sich im Angenommensein durch den Anderen, in der Akzeptanz der Gemeinschaft, in der Harmonie zwischen Geben und Nehmen. Die Resonanz der Budō-Gemeinschaft ist ein Pegel für das Haltung des Einzelnen. Er kann selbst erkennen, ob sein Verhalten angenommen oder abgelehnt wird.

Dōjōkun – Für den Fortgeschrittenen ist die dōjōkun das unangefochtene Zentrum seiner Übung und die tiefste Quelle seiner geistigen Inspiration, durch die er sich im ständigen Kampf um Erkenntnis und Selbsterkenntnis bemüht. Durch die dōjōkun wird ein „Budo-Leben“ möglich, in dem die wahren Werte des budō sichtbar werden.
Es gibt keine allgültige dōjōkun, sondern nur ein allgemeines Prinzip, dass von den jeweiligen Lehrern verwendet wird, um ihre Schüler in den philosophischen Lehren auszubilden. Jede gut konzipierte dōjōkun schafft die Verbindung zwischen der Weg-Philosophie und der formalen Technik und gewährleistet, dass die Erkenntnisse über den Weg nicht im Intellekt verhaftet, sondern im Verhalten verwirklicht werden. Sie ist das Zentrum jeder Wegübungen und der vom budō geforderte Auftrag, den Weg nicht nur zu verstehen, sondern zu leben. Dabei ist es unwichtig, ob sie sich an asiatischen oder europäischen Philosophen orientiert. Wo sie fehlt, wird budō zum Sport.

Kaisetsu – Zusätzlich zur dōjōkun sollte man die praktischen Leitsätze (kaisetsu) als Verhaltens- und Lebenshilfen betrachten. Sie stammen aus der asiatischen Literatur und wurden dazu erdacht, die kontemplativen Gedanken der Übenden zu fördern. Sie können jedoch ebensogut von Goethe, Hesse oder Epikur stammen, denn alle Philosophien der Welt stellen die Frage nach dem Sinn und Sein und eröffnen dem Übenden den Zugang zum philosophischen Denken.

Budo-Gemeinschaft-im-Traini

Budō-Gemeinschaft im Trainingsraum des Budōkan


 Das Dōjō