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Karate

Was ist Karate ? 

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Alles über Karate

Karate ist ein Oberbegriff für die Konzepte und Methoden einer alten Selbstverteidigung auf Okinawa. Zusammenfassend verwendet man dafür dort den Begriff koryū uchinādi und bezeichnet damit die alten Stile (koryū), der Techniken (di) aus Okinawa (uchinā). Sie entstanden über viele Jahrhunderte unter fremden Einflüssen, vor allem aus Japan und China, erreichten aber ab dem 19. Jahrhundert eine eigene Identität. Die geschichtliche Reihenfolge der okinawanische Kampfsysteme aus denen karate entstand wird folgend dargestellt: 

 

 

 

  1. Schriftzeichen für Karate

    Schriftzeichen für Karate

    Tegumi手組– wörtlich „sich bewegende Hände“, noch heute ein ringähnlicher Volkssport auf Okinawa. Historisch gesehen ist tegumi eine Ableitung aus den antiken asiatischen Ringformen (shuǎi, sumō) und wurde wahrscheinlich von Minamoto Tametomo, dem 8. Sohn von Minamoto Yoritomo (1146 – 1199) von Japan nach Okinawa gebracht. Die Schriftzeichen sind die gleichen, die heute benutzt werden, um die kanji für kumite zu schreiben.

  2. Te (de / ti / di) 手 – Bezeichnung für eine alte Selbstverteidigungsmethode auf Okinawa, die sich ab dem 14. Jahrhundert aus dem tegumi zu entwickeln begann. De ist eine phonetische Verzerrung von te und bedeutet sowohl im Chinesischen, als auch im Japanischen und im Okinawanischen „Technik“, „Kunstgriff“ bzw. „Hand“, „Arm“.
  3. Tōde (todi / tōte / tōti) 唐手 – „China-Hand“, Bezeichnung für die weiter entwickelte Selbstverteidigung auf Okinawa, die durch die Kombination des okinawanischen te und des chinesischen quánfǎ ca. im 15. Jahrhundert entstand. Hauptsächliche Beeinflussungen aus Kumemura durch die „36 Familien“. Erste okinawanische Erkenntnisse über die kyūsho.
  4. Okinawate (uchinādi) 沖縄手 – „Hand / Technik aus Okinawa“, Weiterentwicklung aus dem tōde, zum okinawate, im 18. Jahrhundert. Das gesamte System begann sich früh in shōrin ryū (shurite und tomarite) und in shōrei ryū (nahate) zu teilen. Daraus entstanden später die okinawanischen Stile.
  5. Karate空手 – „leere Hand“ (kara – leer; te – Hand), ein Begriff, der erst 1905 von Hanashiro Chōmo verwendet und später von Funakoshi Gichin in Japan verbreitet wurde.

Karate in Okinawa

Karate bedeutet in der Übersetzung „leere Hand“ und bezieht sich darauf, dass ein Übender sich ohne Waffen, also mit der leeren Hand verteidigen lernt. Dazu benutzt er alle Teile seines Körpers, alltägliche Gebrauchsgegenstände und nicht zuletzt seinen Geist (shin). Durch entsprechende Ausbildungsmethoden entwickelte sich karate zum wirkungsvollsten System der Selbstverteidigung der Welt.
Über viele Jahrhunderte mussten sich seine Gründer und ihre Schüler unbewaffnet gegen kampferprobte samurai behaupten. Kein anderes unbewaffnetes Kampfsystem (okinawanische Kampfsysteme) unterlag diesen Herausforderungen. Kein anderes unbewaffnetes Kampfsystem konnte unter diesen Bedingungen überleben.

Als kriegerisches System Okinawas wurde karate über Jahrhunderte geheim gehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in Japan in einen Sport verwandelt und als solcher weltweit verbreitet. Dazu hatte man gefährliche und besonders schwierige Techniken ebenso entfernt wie die meisten Methoden der Geistschulung.
Auch das karate im Budokan beruht auf einem dieser Stile, der sich shōtōkan ryū nennt. Dieser wurde in den 20er Jahren von sensei Funakoshi Gichin nach Japan gebracht und in den 60er Jahren als Wettkampfsport in Europa verbreitet. Heute ist shōtōkan das meist verbreitetste System des Sport-Karate weltweit.

Karate in Japan

„Es gibt keine Stile im Karate“ sagte Meister Funakoshi als er nach Japan kam. Er war strikt gegen die aufkommende Einteilung des karate in sich abgrenzende Stile und für ein karate, dass dem Übenden den Zugang zum großen Umfang dieser Kunst ermöglichte. Er war auch gegen die sich anbahnende japanische Entwicklung des karate zum Sport und Wettkampf, denn er sah in diesem Konzept den Verlust seiner eigentlichen Werte voraus. Doch er hatte keinen Einfluss auf die politischen Entscheidungen seiner Zeit. Karate wurde in den 50er Jahren von den Japanern weltweit als Wettkampfsport verbreitet.

Nachdem die okinawanischen Systeme 1921 nach Japan gelangten, entstanden unter der Aufsicht des butokukai vollkommen veränderte Auffassungen, die später unter der Bezeichnung karatedō als Sport und Wettkampf weltweit verbreitet wurden. Der Name ist richtig, die Inhalte sind falsch. Weder im Sport noch im Wettkampf findet man die komplexen Inhalte der alten okinawanischen Kampfkünste und schon gar kein (Weg) wieder.

Karate-Kämpfer gegen einen bewaffneten Gegner

Karate-Kämpfer gegen einen bewaffneten Gegner


 Shōtōkan Kenpō Karate