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Definition des BSK

Hauptanliegen des BSK ist es, den persönlichkeitsfördernden Sinn der Kampfkünste als budō zu definieren und Wege der Übung aufzuzeigen, die weder Kriegskunst (bujutsu), noch oberflächlicher Sport und Wettkampf (kagugi) sind. Daher werden im BSK alle Systeme nur als Kampfkunst geübt. Als solche werden nicht nur Techniksysteme gelehrt, sondern Möglichkeit eines eigenen Studiums der Selbstperfektion, Selbsterfahrung und Selbstgestaltung aufgezeigt. Die BSK-Systeme sind kein Sport, sondern ein sinngebender Begleiter durchs Leben.
In den Gründerjahren (1990) gab es kaum brauchbare Publikationen über diesen Kampfkunstaspekt, die Übenden waren auf die recht spärliche Aussagen ihrer Sportorganisationen angewiesen. Wir beschlossen damals, das Problem der Desinformation zu beheben und unsere Forschungsergebnisse über Geschichte, Philosophie, Hintergründe, Zusammenhänge und Technikkonzepte zu veröffentlichen. Um das BSK-Projekt vom Sport zu unterscheiden, nannten wir es „Klassisches Karate“ oder „Traditionelles Karate“ – heute gängige Begriffe, die es aber bis zu jenem Zeitpunkt nicht gab.

Neben den BSK-Publikationen, etablierte der BSK bereits 1990 ein erweitertes Technikkonzept für karate, durch das die Aufhebung der Grenzen zwischen den Stilen möglich wurde. Das Konzept wird als shōtōkan kenpō karate unterrichtet und ermöglich ein Studium des karate als ganzheitliches Konzept.
Dadurch wurde der BSK für viele interessant, die an unseren Forschungen teilnehmen wollten. Als wachsende Gemeinschaft etablierte er sich auf internationaler Ebene zunehmend mehr zu einer Organisationsform, die auch heute allen ernsthaft Interessierten eine Heimat bietet:

Für fortgeschrittene Meister und Forscher aller Stile, bietet der BSK ein großes Info-Portal und die Möglichkeit, sich mit erfahrenen Lehrern in Theorie und Praxis auszutauschen.
Für einzelne Übende, die jenseits von Sport und Wettkampf auch die Inhalte einer Kampfkunst lernen wollen, bietet der BSK eine fundierte Ausbildung, freundliche Übungspartner und eine gepflegte Atmosphäre. Gleich welchen Stil sie üben, können sie auch als Quereinsteiger unabhängig von ihren bisherigen Kenntnissen und Fähigkeiten ihre Erkenntnisse vertiefen.
Für Gruppen (Schulen / Vereine) ermöglicht der BSK ein umfangreiches Ausbildungsprogramm ihrer Lehrer. Diese können die klassischen Konzepte unter der Anleitung qualifizierten BSK-Lehrern lernen und an ihre Schüler weitergeben.

Der Budo Studien Kreis identifizierte sich von Anfang nicht mit den Inhalten der sportlichen Wettkampforganisationen. Die BSK-Lehrer waren und sind bis heute Vorreiter eines eigenständigen Kampfkunstkonzeptes das ab 1990 auch den sportlichen Organisationen viele neue Impulse gab. Konzepte wie bunkai, ōyō, goshin, kumi kata, kakie u. a., wurden aus den Studien und Seminaren des BSK übernommen und werden heute breitflächig in allen Organisationen geübt.


Inhalte des BSK

Was den Budo Studien Kreis ausmacht, sind nicht seine Formen, sondern seine Inhalte. Darin unterscheidet er sich definitiv von allen Wettkampforganisationen. Die Lehrer des BSK unterrichten keine Form ohne Inhalt, sondern Inhalte durch die Formen.
Das Ziel aller BSK-Kampfkünste ist die Sinngebung des Menschen durch eine entsprechend strukturierte Wegübung, die durch die Entwicklung einer sich heranbildenden Persönlichkeit, weit über das körperliche Training hinaus ins tägliche Leben strahlt. Diese höhere Entwicklungsstufe anzustreben, ist das Ziel jeder Budō-Übung und auch das aller anderen japanischen Wegkünste (geidō).
Die Prozesse, die sich in der Veränderung des Anfängers zum Fortgeschrittenen vollziehen, sind nicht einfach erklärbar, sondern beruhen auf komplexen Zusammenhängen, die sich unter Beachtung der korrekt angewendeten Lehrkonzepte vollziehen. In den Kampfkünsten definiert man den Fortschritt in einem Dreischritt, ShuHaRi, der nur in einer gegenseitig verpflichtenden Lehrer-Schüler Beziehung, reifen kann.

1. Budō als Studium im BSK

Für Menschen der westlichen Gesellschaften ist es schwierig, asiatische Systemdarstellungen zu verstehen. Westliche Lehr- und Lernmethode (analytisches Lernen) beruhen meist auf theoretischen Studien und wissenschaftlichen Forschungen, um in logischer Folge am Ende ein zusammenhängendes Verständnis zu erreichen.
Asiaten hingegen kennen nur unzureichend den Anspruch der westlichen Logik, Systeme sukzessiv zu gliedern, in den Intellekt zu übersetzen und mit dem Verstand zu verstehen. Ihre Traditionen (dento) überlieferten sie nach dem Prinzip ishin denshin, mehr durch Hinsehen und Nachahmen, bis der Körper von selbst versteht.
Die Methode zum Studium einer komplexen Angelegenheit wird in Japan als bunkai bezeichnet. Im budō wird für das Studium der Formen (kata) dafür der Begriff kata bunkai verwendet. Beides bezieht sich auf eine akribische Analyse der vorgegebenen Aufgabe, die zuerst auseinandergenommen, analysiert und später in Perfektion zusammengefügt wird.

2. Budō-Ausbildung im BSK

Im Budo Studien Kreis werden die Kampfkünste weitgehend als Studium praktiziert und nicht als oberflächlicher Zeitvertreib. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie weit er damit gehen mag.
Für diejenigen, die an tieferen Inhalten Interersse haben, sind keine Grenzen gesetzt. Die BSK-Sensei lehren das „Wie“ und erklären das „Warum“, doch die Entscheidung zu einem eigenen Weg () muss jeder selbst treffen.
Die Technik allein reicht nicht aus, um budō in seiner gesamten Tiefe zu erfassen. Was für ostasiatische Völker teilweise durch Erziehung und Mentalität bereits vorhanden ist, muss sich der Nicht-Asiate durch zusätzliche Studien erarbeiten. Dadurch wird außerhalb Japans ein zweigeteilter Ausbildungsweg nötig: Theorie und Praxis.
Entsprechend findet die Ausbildung im BSK auf diesem doppelgleisigen Weg statt. Angewendet auf die Theorie und Praxis des budō, kann man untenstehende Tabelle zum Maßstab für alle BSK-Lehren nehmen:

Budo_Lehrkonzept-2

3. Lernen aus der Tradition

Alle traditionellen Lehren wurden über Jahrhundete überliefert und bergen in sich enorme Erfahrungen und Werte. Wie alles, was von Menschen gegründet und erschaffen wurde, wurzeln auch die Kampfkünste in einer alten Tradition und erlauben uns heute die Spitze ihrer Evolutionspyramide zu ersteigen um etwas weiter zu sehen als unsere Vorfahren.
Aus „Altem lernen, um das Neue zu verstehen“ (on ko chi shin). Für diejenigen, die budō wirklich verstehen wollen, ist das Lernen aus der Vergangenheit ebenso wichtig, wie das eigene kreative Denken, denn dadurch können sie Neues aufbauen und ihr Denken weiter entwickeln. Dies betrifft nicht nur die Kampfkünste, sondern alle Bereiche des Lebens.

4. Budo als Lebenssinn

Das Training von bloßen Kampftechniken – gleich ob als Kriegskunst oder als Kampfsport – dient kaum der Vervollkommnung des Menschen auf einem Weg () und hat keinerlei Bedeutung für den nach Sinn strebenden Menschen. Das Üben der BSK-Kampfkünste aber ermöglicht einen Weg des Sinns. Ihn zu suchen und zu finden liegt im persönlichen Bereich des Übenden, ihn zu begleiten, ist die Aufgabe der BSK-Sensei.
Die BSK-Kampfkünste bestehen objektiv aus Formlehren (kata), subjektiv aber lehren sie Sinninhalte, die ein Übender in seinem eigenen Selbst verwirklichen kann. Die bloße Formlehre, in den Trainings verbirgt den Sinn und offenbart ihn erst für jene, die eine Wegübung suchen. Denn es gibt eine Korrelation zwischen dem Körper (tai), dem Geist (shin) und der Technik (gi). Zusammen bilden sie das Prinzip, shingitai. Erfahrene Lehrer wissen, wie dieses Prinzip im täglichen Training umgesetzt werden muss und unterrichten die Formen auf den Qigong-Grundlagen shisei  (Haltung), kinchō-kanwa (Spannung und Entspannung) und kokyū (Atmung).
In diesem Fall wird das Training der Kampfkünste zu einem „Weg ohne Ende“ (dō mu gen), denn es geht nicht um das Nachahmen sinnentleerter Kampftechniken. Ohne einen Sinn im Leben gibt es auch keinen Sinn in der Übung.

5. Die Budo-Gemeinschaft

Die Budo-Gemeinschaft des BSK entwickelte sich (1990) im Budokan Bensheim, in einem kleinen Kreis von fortgeschrittenen Schülern um sensei Werner Lind, später als kodansha kenkyū kai, dessen Arbeiten, Forschungen und Unterrichtssysteme das deutsche und internationale budō in einem hohen Maß beeinflussen sollten.
Nicht zuletzt ist es die intakte Budō-Gemeinschaft die den Budo Studien Kreis ausmacht. Teil von ihr zu sein erfordert in jedem Übenden die Bereitschaft, sich einzubringen und Verantwortung zu tragen.


Leitsätze im BSK